Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck

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Inhalt: Neubau Leucht- und Radarturm Kiel-Wik

Vorbemerkungen

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck hat als Ersatzbau für den Leuchtfeuer- und Radarmast in Kiel-Wik einen neuen Leucht- und Radarturm gebaut.
Veranlassung für den Neubau war der baufällige Zustand des bereits über 100 Jahre alten Stahlfachwerkbaus. Außerdem war für die Radarüberwachung der Kieler Förde und hier insbesondere der Friedrichsorter Enge eine zusätzliche Radarantenne erforderlich.

altes und neues Leuchtfeuer
Foto: Altes und neues Leuchtfeuer (Foto Frank Behling)

Das neue Schifffahrtszeichen hat eine Feuerhöhe von 28 Metern und ist in einer reinen Stahlkonstruktion ausgeführt. Auffallend ist die gebänderte Farbgebung rot/weiß bedingt durch die Tagesmarke als Kennzeichnung der Backbordseite der Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal.

Ausgerüstet ist der Neubau weiterhin mit einer Laterne als Sektorenfeuer und einer Radarantenne zur Überwachung des Schiffsverkehrs im Bereich der Kieler Schleusen. Zusätzlich nimmt der Turm eine zweite Radarantenne zur Überwachung des Schiffsverkehrs in der Kieler Förde auf. Dies ist ein neuer wichtiger Baustein für die Maritime Verkehrssicherung in der Ostsee.

Während der Bauphase diente der vorhandene Turm weiter als Schifffahrtszeichen, um die sichere Passage der Schifffahrt in den Nord-Ostsee-Kanal zu gewährleisten. Nach dem Neubau ist der alte Turm zurückgebaut worden.

Allgemeine Beschreibung

Der ca. 21 m hohe Gittermast wurde durch einen ca. 31 m hohen runden Stahlturm mit achteckigem Turmkopf ersetzt. In diesem neuen Bauwerk wurden sowohl leuchtfeuertechnische Anlagen für die Befeuerung der Zufahrt in den Nord-Ostsee-Kanal als auch Radaranlagen zur Verkehrsüberwachung der Kieler Förde installiert.

Das alte Leuchtfeuer wie auch die Radaranlage auf dem Gittermast blieben während der Baumaßnahme in Betrieb und wurden erst nach Errichtung des neuen Turms demontiert und auf diesen umgesetzt.

Der Entwurf und die Ausschreibung wurden vom Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck erstellt, die Technische Bearbeitung für die Bauausführung und die Werkstattzeichnungen erfolgte durch den Auftragnehmer, Fa. Turmbau Steffens & Nölle GmbH aus Berlin, und umfasste die konstruktive Durchbildung und Bemessung der einzelnen Bauteile.

Gründung des Bauwerkes

Das Bauwerk ist mittels sieben 20 Meter langen Bodenverdrängungspfählen tiefgegründet. Als Baugrund steht unter einer zwischengelagerten Schluffmuddeschicht ab etwa 15,5 m unter Geländeoberkante gut tragfähiger Sandboden an.

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Foto: Pfahlgründung


Foto: Bewehrung der Pfahlkopfplatte


Foto: Pfahlkopfplatte in Stahlbeton C 30/37

Der Stahlturm

Die Stahlsegmente des neuen Turmes wurden im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle endmontiert. Der runde Turmschaft ist mit einer innenliegenden Spindeltreppe ausgebildet.

Der Turmkopf besteht aus zwei Geschossen, im unteren ist das Leuchtfeuer mit umlaufender Außengalerie untergebracht. Die Außenwände sind an fünf Seiten verglast. Im oberen Geschoss sind die Schaltschränke für die 21 Fuß-Radaranlage auf dem Turmkopf untergebracht.


Foto: Montage der Turmkanzel


Foto: Alte Optik im neuen Leuchtfeuer

Die Technische Ausrüstung (Energiekabel, Schaltschränke, Klimaanlage  usw.) erfolgte durch die Fachgruppe Nachrichtentechnik des WSA Lübeck. Als Blitzschutz wurden Fundamenterder in den Stahlbetonfundamenten und ein umlaufender erdverlegter Ringerder in Edelstahl verwendet.

Der Leucht- und Radarturm Kiel-Wik ist seit Anfang 2014 in Betrieb. Die Baukosten lagen für alle Gewerke bei ca. 750.000 Euro.

Verfasser:
Dipl.-Ing. Henning Dierken
Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck