Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck

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Inhalt: Lotsenannahmepflicht auf der Trave

1. Rechtsgrundlage

Wer einen Lotsen nehmen muss und wer nicht, ist in der Verordnung über die Verwaltung und Ordnung der Seelotsreviere Nord-Ostsee-Kanal I und Nord-Ostsee-Kanal II, Kieler Förde, Trave, Flensburger Förde vom 08.04.2003 in der zurzeit geltenden Fassung festgelegt.

2. Geltungsbereich

Der Lotsbezirk Trave umfasst alle Fahrtstrecken zwischen der Tonne „Trave“ und der Eisenbahnhubbrücke in Lübeck soweit sie Bundeswasserstraßen sind.

3. Lotsenannahmepflicht

Folgende Fahrzeuge müssen einen Seelotsen annehmen:

Hinsichtlich der Abmessungen kann interpoliert werden, wobei 65 Meter Länge oder 10,50 Meter Breite nicht überschritten werden darf.

4. Ausnahmen

Ohne Lotsen können folgende Fahrzeuge fahren:

4.1 Dienstfahrzeuge der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

4.2 Binnenschiffe (keine Tanker)

4.3 See- oder Binnentankschiffe (Einhüllen- oder Doppelhüllenschiff) mit einer Länge bis einschließlich 60 m und einer Breite bis einschließlich 10 m, die mit einem funktionsfähigen Radar- und UKW-Gerät ausgerüstet sind und wenn der jeweilige Schiffsführer mit einem See- oder Binnentankschiffe

Hinsichtlich der Abmessungen kann interpoliert werden, wobei 67 Meter Länge oder 10,70 Meter Breite nicht überschritten werden darf.

4.4 See- oder Binnentankschiffe mit einer Länge bis einschließlich 90 m und einer Breite bis einschließlich 13 m und einem Tiefgang von nicht mehr als 6,50 Meter, die mit einem funktionsfähigen Radar- und UKW-Gerät ausgerüstet sind, A als anerkanntes Doppelhüllenschiff gilt oder B als Einhüllenschiff mit einem AIS-Gerät mit graphischer Zieldarstellung ausgerüstet ist und wenn der jeweilige Schiffsführer mit demselben Schiff

Hinsichtlich der Abmessungen kann interpoliert werden, wobei 95 Meter Länge oder 13,50 Meter Breite nicht überschritten werden darf. Für Fahrzeuge zu A von nicht mehr als 3,80 Metern Tiefgang, darf 100 Meter Länge oder 14,00 Meter Breite nicht überschritten werden.

4.5 Schiffe beim Verholen binnenwärts der Südspitze der Teerhofinsel im öffentlichen Hafengebiet der Hansestadt Lübeck, die weder eine Länge über alles von 90 Meter noch eine Breite von 13 Meter noch einen Tiefgang von 6,00 Meter überschreiten und sonstige Schiffe, die im öffentlichen Hafengebiet (Bereich der Bundeswasserstraße) der Hansestadt Lübeck entlang der Kaianlage mit Leinen verholen, wobei das durchgehende Fahrwasser nicht benutzt wird.

4.6 Seeschiffe(keine Tanker) unter 125 m Länge, 19 m Breite und 6,50 m Tiefgang, die mit einem funktionsfähigen Radar- und UKW-Gerät ausgerüstet sind, auf dem gesamten Revier, wenn der jeweilige Schiffsführer

4.7 Seeschiffe (keine Tanker) unter 190 m Länge, 29 m Breite und 8,00 m Tiefgang, die mit einem funktionsfähigen Radar- und UKW-Gerät ausgerüstet sind, auf der Teilstrecke zwischen Travetonne und Travemünde wenn der jeweilige Schiffsführer

4.8 Außergewöhnlich große Fährschiffe im Linienverkehr auf der Teilstrecke zwischen Travetonne und Travemünde: hierzu gelten besondere Anforderungen an die Schiffsführung und bestimmte  Voraussetzungen hinsichtlich der Ausrüstung des Schiffes.

5. Verlängerung der Befreiung

Die Ausnahme Nr. 4.3 gilt auf Antrag weiter, wenn der Schiffsführer mit einem See- oder Binnentankschiff mindestens 6 Fahrten in den letzten 12 Monaten durchgeführt hat.

Die Ausnahme Nr. 4.4 gilt auf Antrag weiter, wenn der Schiffsführer mit demselben  See- oder Binnentankschiffe zu A mindestens 12 Fahrten bzw. zu B mindestens 16 Fahrten in den letzten 12 Monaten durchgeführt hat.

Die Ausnahme zu Nr. 4.5 ist unbefristet.

Die Ausnahmen Nr. 4.6 bis 4.7 werden auf Antrag um ein Jahr verlängert, wenn mindestens 6 Fahrten in den letzten 12 Monaten durchgeführt wurden.

Die Ausnahme Nr. 4.8 kann auf Antrag jeweils um zwölf Monate verlängert werden, wenn der Schiffsführer die Fahrtstrecke in den letzten zwölf Monaten mit demselben oder einem typgleichen Schiff mindestens 24mal befahren hat.

Der Nachweis darüber ist mittels der Bescheinigung gemäß Anlage 2 zur Lotsverordnung zu erbringen.

6. Übertragungen sind möglich.

7. Kosten der Befreiung

Erstausstellung 147 Euro
Verlängerung 42 Euro

Begriffsbestimmung

Länge: Länge des Schiffes über alles

Breite: Breite des Schiffes über alles

Fahrten mit Lotsen sind mit der Anlage 2 zur Lotsverordnung zu belegen.

Hinweis

Diese Informationen wurden erstellt, um häufig auftretende Fragen zur Lotspflicht auf der Trave zu beantworten und dient der allgemeinen Information. Detailfragen können direkt an das WSA Lübeck gestellt werden.