Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck

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Inhalt: Herrenbrücke

Im Jahr 1901 wurde der Traveverlauf durch den damaligen Oberbaudirektor Rehder an mehreren Stellen korrigiert, unter anderem an der Herreninsel mit dem neuen, noch günstigeren Herrendurchstich. Der alte Traveverlauf, der mit einer Wagenfähre gequert werden konnte, wurde mit einen Damm verfüllt. Der Durchstich verfügte über eine Sohlenbreite von 50 m und 7,50 m Wassertiefe.


Aus Kostengründen wurde für die Überführung der Travemünder Chaussee die Konstruktion einer Doppeldrehbrücke gewählt. Das bedeutete eine in der Mitte getrennte und damit zweiteilige Brücke.
Die jeweiligen Strompfeiler errichtete man im Böschungsbereich und erreichte so die Durchfahrtsbreite von 50 m bei einer Wassertiefe von 7,50 m. Auf einer Breite von 20 m wurde eine Durchfahrtshöhe von 7,20 m für die Schifffahrt gewährleistet.

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Mit dem Bau wurde im April 1901 begonnen. Die Freigabe für den Fuhrverkehr erfolgte am 1.4.1902, während der Schiffsverkehr den Durchstich ab Oktober 1902 nutzen konnte.

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Die Passage für den Schiffsverkehr war kostenlos, vom Strassenverkehr wurde eine Maut erhoben.
Bis zum Ende der 50-ziger Jahre war diese Brücke mit ihrer Fahrbahnbreite von 5,40 m und 9 t Tragkraft dem Verkehr einschliesslich der Straßenbahn gewachsen, wobei wegen ihrer geringen Durchfahrtshöhe bis zu 40 Öffnungen pro 24 Std. erfolgten.

Wirtschaftswunder und gesteigertes Verkehrsaufkommen nach Travemünde, bedingt durch den ständig wachsenden Fährverkehr nach Skandinavien sowie eine Verbreiterung und Vertiefung des Fahrwassers machten den Neubau einer leistungsfähigeren Brücke dringend erforderlich.

1960 erfolgte die Ausschreibung der Maßnahme durch das Straßenbauamt Lübeck. Den Zuschlag erhielt ein Sondervorschlag der Arge Sager-Woerner, Hochtief AG und Rheinstahlunion.
Mit dem Bau wurde am 1.9.1960 begonnen. Vorlandbrücken und eigentliche Klappbrücke wurden auf ca. 550 m Länge festgelegt, die Fahrbahnplatte wurde mit 27 m Breite bemessen und die lichte Weite zwischen den Strompfeilern beträgt 62 m.

Bei einer max. Höhe für die Schifffahrt von 22 m können viele Fahrzeuge die Brücke ohne Öffnung passieren.
Die zur Bauzeit größte Doppelklappbrücke Europas wurde am 4.8.1964 im Beisein des damaligen Verkehrsministers Seebohm dem Verkehr übergeben.

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Die Herrenbrücke wurde am 26. August 2005 durch den teilweise privat finanzierten, somit mautpflichtigen Herrentunnel ersetzt. Bis Ende 2006 wurde die Brücke vollständig zurückgebaut.

Schifffahrt und Strassenverkehr haben jetzt unabhängig voneinander freie Fahrt.