Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck

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Inhalt: Geschichte 130 Jahre Leuchtturm Buk

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Die Landspitze, die sich an der Ostseeküste zwischen Kühlungsborn und Rerik in die See schiebt, wird Buk genannt. Auf ihr wurde am 1. Dezember 1878 der „Leuchtturm Buk“ in Betrieb genommen und auch heute, nach 130 Jahren, dient dieser Turm als gute, weit sichtbare Navigationshilfe der Schifffahrt auf der südwestlichen Ostsee. Über viele Kilometer ist der gesamte Küstenverlauf überschaubar. In nordöstlicher Richtung sind Rostock und Warnemünde zu sehen. In nördlicher Richtung, am Fuße des Leuchtturms, liegen der Riedensee und die Stadt Kühlungsborn. Nach Westen schließt sich der Blick auf Rerik, die Wismar Bucht und bei besonders klarem Wetter auf die holsteinische Küste und einzelne dänische Inseln an.

Aufgrund der Geländehöhe von 78 Metern über dem Meeresspiegel behauptet der Leuchtturm Buk den höchsten Standort vergleichbarer Schiffsweiser an deutschen Küsten. Durch die topographische Lage erreicht der Turm mit seiner relativ kleinen Höhe von 20,8 m und seinen insgesamt 55 Stufen trotzdem eine beachtliche Feuerhöhe von 95,3 m.

Diese Höhe ist auch erforderlich, um die Sichtbarkeit des Leuchtfeuers über weite Strecken zu gewährleisten. Ansonsten würde das Feuer durch die Erdkrümmung bereits nach einigen Seemeilen hinter dem Horizont verschwinden.

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Abb. 1: Leuchtturm in ganzer Pracht
Abb. 2: Längsschnittzeichnung

Das Leuchtturmbauwerk Buk

Gebaut wurde der runde Turm aus rotbraunem dreischaligen Backsteinmauerwerk, auf einem Fundament aus Findlingen. Oberhalb der ersten Galerie verjüngt sich der Turm dann auf den leuchtend roten Laternenaufbau. In dieser rundherum verglasten Laterne befindet sich das Leuchtfeuer. Da der hintere Bereich der Laterne jedoch abgedunkelt wurde, ist das Feuer nur im für die Schifffahrt relevanten Bereich von 40 bis 265° zu sehen.

Die genaue Position des Leuchtturms wird für die Seefahrer in den Seekarten mit 54° 07' 55" nördlicher Breite und 11° 41' 37" östlicher Länge angegeben. Bei Tag und guter Sicht kann der Seefahrer den Leuchtturm auch noch in 25 Seemeilen Entfernung als Landmarke wahrnehmen. Bei einsetzender Dunkelheit, spätestens eine Stunde vor Sonnenuntergang, wird das Leuchtfeuer des Leuchtturms automatisch gezündet und dient Schiffen so auch bei Nacht als Navigationshilfe. Um eine Tragweite des Lichtes von bis zu 25 Seemeilen zu erreichen, wurde das Leuchtfeuer mit einem „Fresnelschen-Linsensystem“ (Abb. 3) ausgestattet, benannt nach seinem Erfinder Jean Augustin Fresnel. Bei diesem System sind die optischen Linsen in einem geringen Radius um eine im Mittelpunkt feststehende Lichtquelle angeordnet. Fresnel schaffte es die optischen Linsen, durch die Aufteilung in ringförmige Bereiche, so zu ge­stalten, dass das aus der Lichtquelle austretende Licht parallel gebündelt wird und dadurch eine deutlich größere Tragweite erhält. Weitere Vorteile dieses System sind die kompakte Bauform und das relativ geringe Gewicht.

Der Leuchtturm Buk besitzt auch heute noch seinen ursprünglichen 208,5 cm hohen Linsenapparat (Abb. 4), bestehend aus 20 Linsenfeldern, mit einem Abstand der Lichtquelle zu den Linsen (Brennweite) von 700 mm. Die Fresnelschen-Linsen mussten damals aus Frankreich beschafft werden, da 1878 kein Hersteller in Deutschland in der Lage war, solche Linsen zu fertigen.

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Abb.3: Fresnel-Linsensystem
Abb. 4: Blick in die Optik

Der Leuchtturm hat auch heute noch mehrere Aufgaben zu erfüllen. Seine Hauptaufgabe ist es, der Schifffahrt als Orientierungshilfe auf See und nahe der Küste zu dienen. Deshalb wird der Leuchtturm Buk auch als Orientierungsfeuer bezeichnet. Aufgrund der Dauer der Lichterscheinungen und deren Abfolge hat das Leuchtfeuer des Leuchtturms Buk seine ganz spezielle Leuchtcharakteristik, die man auch als Kennung bezeichnet. Dadurch lässt sich der Leuchtturm identifizieren und ermöglicht den Schiffen eine eindeutige Positionsbestimmung.

Neben der Positionsbestimmung hat der Leuchtturm Buk weiterhin die Aufgabe vor der Untiefe "Hannibal", einer lang gestreckten Sandbank vor der Wismar Bucht zu warnen. Man bezeichnet das Feuer des Turmes deshalb auch als Warnfeuer. Die Warnung erfolgt durch verschiedenfarbene Sektoren. Für Schiffe im Bereich von 73-265° erscheint das Leuchtfeuer weiß (in Abb. 5 als gelbe Linie dargestellt). Wenn man sich jedoch in den Bereich zwischen 40 und 73° bewegt, wird die Farbe des Feuers rot und weist auf die Gefahr hin. Dies wird mit Hilfe von transparenten, rot gefärbten Glasscheiben erreicht, die sich vor dem Linsensystem befinden. 

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Abb. 5: Ausschnitt aus der Sportschifffahrtskarte („Nautische Veröffentlichung“)

Die Inbetriebnahme 1878

Erste Überlegungen zur Notwendigkeit eines Leuchtturmes auf der Bukspitze bei Bastorf gab es bereits 1824. Nach genauen Studien der Leuchttürme Cuxhaven und Travemünde hatte der Landbaumeister Carl Severin dem Amt Bukow zeichnerische Unterlagen und Kostenschätzungen für den Bau eines Leuchtturmes vorgelegt. Ob­wohl die Beleuchtung der Mecklenburger Bucht im Bereich Wismar mit knapp 70 Seemeilen unbeleuchteter Küste unbefriedigend war, wurde zu diesem Zeitpunkt ein Bau nicht realisiert. Erst durch das erneute Drängen der nautischen Vereine Wustrow (Fischland/Darß) und Lübeck ließ 1876 die deutsche Reichsregierung das Errichten eines Leuchtturms an der Großherzoglichen Küste auf „Bukow“ in der Nähe von Kühlungsborn gründlich prüfen. Dafür wurden zunächst alle Vor- und Unfälle an dem Küstenabschnitt des Amtes Bukow aus den letzten 20 Jahren zusammengestellt.

Diese Aufstellung war beträchtlich. Gründe dafür gab es einige. Die benachbarten Leuchtfeuer von Travemünde und vom Darßer Ort reichten nicht weit genug und so blieb die Küste von Warnemünde bis zu den der Wismar Bucht vorgelagerten Sandbänken gänzlich unbeleuchtet. Zu nennen ist dabei vor allem die Sandbank „Hannibal“ mit ihren Untiefen von nur zwei bis acht Fuß. Die unregelmäßigen, nicht zu berechnenden Strömungen taten ihr übriges und führten zu zahlreichen Strandungen. Die Vielzahl solcher Seeunfälle führte letztendlich zum Bau des Leuchtturms auf der Bukspitze.

Das für den Leuchtturm benötigte Bauland mit einer Fläche von ungefähr 6250 m² wurde dem Erbpächter Westendorf aus der Gemeinde Bastorf für 6600 Mark abgekauft.

Die Bauarbeiten begannen im Jahre 1876 und erstreckten sich über knapp zwei Jahre. Für den Bau waren der Amtshauptmann Kuhberg des Amtes Bukow, der Landbaumeister Luckow und der Distriktingenieur Hafften verantwortlich. Bei nautischen Fragestellungen wurden sie durch den Navigationsschuldirektor Schütz aus Wustrow (Fischland) unterstützt. Der Bau des Leuchtturms und der dazu gehörigen zwei Wärterwohnungen wurde vom Kröpeliner Zimmerermeister Hansen übernommen. Die an der Südseite des Turms gelegenen Wohnungen wurden damals durch einen verdeckten Gang verbunden. Fertig gestellt und somit auch in Betrieb genommen wurde der Leuchtturm Buk am 1. Dezember 1878.

Das Leuchtfeuer

Als Lichtquelle erhielt der Leuchtturm damals eine vier-dochtige Petroleumlampe. Dieses Petroleumfeuer brannte nach mündlichen Überlieferungen bis 1912, ehe der Betrieb des Hauptfeuers, als eines der ersten Leuchtfeuer an der deutschen Ostseeküste, auf Elektrik umgestellt wurde. Als elektrische Glühlampe wurde eine 2000 Watt starke Osram-Scheinwerferlampe verwendet, die das weiße Licht bis zu 18 Seemeilen auf die Ostsee strahlte. Das Reservefeuer blieb allerdings noch weiterhin im Propangasbetrieb und musste bei Stromausfall manuell gezündet werden. Seit 1998 werden statt der riesigen Glühlampen die mittlerweile üblichen Halogenmetalldampflampen (HQJ-T 400W) verwendet, die nicht nur wartungsärmer (Austausch erst nach 5000 Betriebstunden statt früher 500 h) sind, sondern auch eine höhere Leuchtstärke als die alten Exemplare besitzen. Die auf Abbildung 6 dargestellte 400 Watt starke Lichtquelle erzeugt eine Lichtstärke von rund 2,1 Mio. Candela. Dadurch wird eine Nenntragweite im weißen Sektor von bis zu 25,5 Seemeilen erreicht. Da der Warnsektor mit einem roten Licht versehen ist, wird in diesem Bereich nur eine Nenntragweite von 21,8 Seemeilen erreicht.

Neben dem Hauptfeuer ist heute auch das Reservefeuer auf Elektronik umgestellt worden und verwendet eine baugleiche Halogenmetalldampflampe. Bei einem Defekt dreht sich die Reservelampe automatisch in den Brennpunkt und erreicht nach spätestens 10 Minuten ihre volle Helligkeit. Über Funk wird die Verkehrszentrale in Travemünde über die Störung benachrichtigt und leitet den Reparaturauftrag an das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck weiter.

Bei einer möglichen Unterbrechung der Stromversorgung im öffentlichen Netz schaltet sich automatisch ein Dieselaggregat für die Notstrom­versorgung ein und innerhalb von 20 Sekunden kann das Feuer wieder leuchten.

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Abb. 6: Halogenmetalldampflampen
Abb. 7: Nach Beschuss hergerichtetes Linsenfeld

Die Kennung des Leuchtfeuers

Wie schon erwähnt, sendet der Leuchtturm Buk sein Lichtsignal nicht ununter­brochen aus, sondern blinkt in ganz bestimmten Takten. Diese sogenannte Kennung wird beim Leuchtturm Buk dadurch erzeugt, dass sich das Linsensystem, über einen Motor angetrieben, ständig dreht. Man bezeichnet die optische Einrichtung des Leuchtfeuers deshalb auch als Drehlinsensystem. Durch die Unterteilung des Linsensystems in jeweils vier helle und einen abgedunkelten Bereich erscheint es für den Betrachter auf See so, als wenn das Leuchtfeuer zeitweise aus ist.Lange Zeit wurde die Drehvorrichtung vom Leuchtturmwärter über einen aufzuziehenden Uhrwerk-Gewichtsantrieb in Gang gesetzt. Der Leuchtturmwärter zog die Gewichte über eine Kurbel in einem Führungsschacht in der Mitte des Turmes hoch und spannte somit eine Feder, ähnlich wie bei einer Standuhr. An kurzen Tagen war dies teilweise auch 2-mal nötig. Heute sorgt ein Elektromotor für den Antrieb des Linsensystems. Die volle Umlaufzeit beträgt 180 s.

Die genaue Bezeichnung der Kennung lautet: Blk. (4) WR 45 sec. Mit Blk wird in den Seekarten angegeben, dass es sich hierbei um ein Blinkfeuer handelt. Die vier in der Klammer zeigt die Häufigkeit der Lichterscheinungen eines Intervalls an. W und R stehen für die Farben des Feuers, weiß und rot und die 45 s beschreiben die Dauer für die Wiederkehr des Blinkens. Die 45 s ergeben sich aus 1,2 s kurzer Schein + 7,8 s Unterbrechung + 1,2 + 7,8 + 1,2 + 7,8 + 1,2 + 16,8 s langer Schein.

Diese Kennung wird seit 1945 verwendet. Vorher blinkte das Leuchtfeuer alle 15 Sekunden mit einem hellen Blink von ungefähr 6 s Dauer. 1945, in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges, wurde die Leuchtturmeinrichtung mit MG und Bordkanonen alliierter Flugzeuge stark beschossen. Dabei wurde das kupferne Kuppeldach stark durchlöchert, die Außenverglasung der Laterne war nahezu vollständig zerstört und auch sechs übereinander liegende Linsenfelder wurden so stark durch Einschüsse beschädigt, dass sie für den Betrieb ausfielen. Da nur zwei Linsenfelder wieder hergerichtet werden konnten (siehe Abb. 7) und ein Ersatz der zerstörten Linsen unmöglich war, mussten die übrigen 4 Linsenfelder durch Blenden ersetzt werden. Seitdem zeigt das Leuchtfeuer Buk seine typische Kennung.

Die Technik ersetzt den Leuchtfeuerwärter

Seit Beginn des Leuchtfeuerbetriebes versahen etwa 20 Leuchtturmwärter ihren Dienst auf dem Leuchtturm. Besonders bis zur Elektrifizierung im Jahre 1912 gab es für den Leuchtturmwärter viel zu tun. Das Petroleumdochtfeuer musste ständig gewartet werden. Die Dochte wurden mehrfach bei Betrieb nachgestellt und der Petroleumverbrauch reguliert. Das Petroleum wurde in großen Kannen innerhalb des Turms zur Lampe getragen. Eine weitere Aufgabe war die Führung des Leuchtturm­buches, in dem Wetter- und Sichtverhältnisse notiert wurden. Die täglich mehrmals festgestellte Windgeschwindigkeit sowie die Bewölkungsart wurden dann auch dem Seehydrographischen Dienst mitgeteilt. Ab einer gewissen Windstärke gab der Leuchtturmwärter Sturmwarnung, indem er am Signalmast auf dem Leuchtturm weithin sichtbar Sturmzeichen setzte. Besonders für die Küstenfischerei und den Sportbootverkehr war es wichtig, diese Information am Signalmast des Leuchtturms zu erkennen. Der Sturmwarndienst wurde 1974 eingestellt und die Sturmsignalstelle demontiert. Stattdessen wurde ein neuer Mast montiert, an dem sich jetzt eine Antenne zur automatischen Schiffsidentifikation (AIS) und eine Richtfunkantenne befinden. Zur Ausrüstung des Leuchtturmwärters gehörten bis ins 20. Jahrhundert hinein auch Raketen und eine Leuchtpistole, um bei schlechtem Wetter Schiffe besonders zu warnen. Ein Nebelsignal hat diese Leuchtfeuerstation nie.

Bis zu seiner Automatisierung wurde das Leuchtfeuer manuell gezündet. Laut Vorschrift geschah das im Normalfall eine Stunde vor Sonnenuntergang. Wieder ausgeschaltet wurde das Leuchtfeuer in der Regel eine Stunde nach Sonnenaufgang. Die Leuchtturmwärter orientierten sich jedoch hauptsächlich an der Sicht. Maßstab für die In- oder Außerbetriebnahme der Lampen war zum Beispiel das Verschwinden des Waldes von Heiligendamm beziehungsweise dessen klare optische Wahrnehmung.

Im Jahre 1979 erfolgte die Automatisierung des Turmes, der Leuchtfeuerwärter im klassischen Sinne hatte ausgedient. Über ein Fernmeldekabel erfolgte die Fernsteuerung und -überwachung des Leuchtfeuers Buk von der Schaltzentrale des "Seehydrographischen Dienstes der DDR" in Warnemünde aus. Bei Ausfällen wurde von dort einerseits eine Meldung an die Schifffahrt über den Seewarndienst und andererseits die Reparatur veranlasst.

1991 wurde der Leuchtturm durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes übernommen. Das für den Leuchtturm zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck verfolgte seitdem eine schrittweise Modernisierung der Leuchtturmtechnik. Neben der Umstellung der Lichtquelle wurde auch der bis dahin verwendete Dämmerungsschalter für das Ein- und Ausschalten des Feuers eingespart. Heute legt ein Computer mittels des astronomischen Kalenders fest, wann das Feuer gezündet werden soll. Alle für die Schifffahrt wichtigen Meldungen über den Betriebszustand des Leuchtfeuers werden zur Verkehrszentrale in Travemünde übertragen. Von hieraus kann das Leuchtfeuer bei Bedarf auch per Fernsteuerung gezündet werden.

Die Grundinstandsetzung

Das Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck begann 1991 die umfassende Rekonstruktion der gesamten Anlage, mit dem Bau einer neuen Zufahrtsstraße, der Sanierung des Leuchtturms und abschließend mit dem Umbau der Leuchtturmwärterwohnungen.

1992 konnte in einem ersten Bauabschnitt die Zufahrtsstraße zum Leuchtturm an die Gemeinde Bastorf übergeben werden. Im darauf folgenden Jahr begann die umfassende Sanierung des Leuchtturms unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes.Das Turmbauwerk trug bis zu diesem Zeitpunkt zur besseren Sichtbarkeit am Tage um seinen oberen Teil einen 4 Meter breiten weißen Ringstreifen. Durch die starke Wetterbeanspruchung war nicht nur die Sichtbarkeit dieses Streifens eingeschränkt, sondern auch große Teile des Mauerwerks und der Fundamente sanierungsbedürftig.

Das Felsenfundament wurde mit einer Dränage versehen und das Außenmauerwerk unterhalb der Geländehöhe mit einer Dickbeschichtung abgedichtet (Abb. 9).

Der rot-weiße Anstrich, der jahrzehntelang das Aussehen des Turmes geprägt hatte,wurde mit einer chemischen Beize entfernt und die Fugen des freigelegten rotbraunen Klinkermauerwerks wurden in mühseliger Kleinarbeit komplett erneuert. Um das dreischalige Mauerwerk in Zukunft besser zu schützen, wurde das Außenmauerwerk mit einer Wasser abweisenden Imprägnierung versehen und zusätzlich im Inneren des Leuchtturmes eine Zwangsentlüftung eingebaut. Das in der Abbildung 8 noch vorhandene Vogelschutzgitter wurde in diesem Zuge auch entfernt. Mit der Erneuerung der Leuchtfeuertechnik konnten im Jahre 1994 die Sanierungs­arbeiten am Leuchtturm abgeschlossen werden. 

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Abb 9.1: Abdichtung Fundament
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Abb. 8: Leuchtturm im Jahre 1991
Abb. 9.2: Sanierung des Leuchtturmfundaments

Nachdem der letzte Leuchtturmwärter aufgrund der Automatisierung des Leucht­feuers ausgezogen war, wurde ein Leuchtfeuerwärterhaus nicht mehr benötigt. Bis zur Wende war die Leuchtfeuerliegenschaft militärisches Gelände und so nutzte die NVA das Wohngebäude bis 1990 als Kinderferienlager. Als das gesamte Areal von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung übernommen wurde, dachte man auf Grund der starken Schäden am Wohngebäude zunächst über einen Abriss nach. Um das Baudenkmal „Leuchtturmgehöft Buk“ zu schützen, entschied man sich 1996 dann jedoch auch für eine Grundinstandsetzung des Leuchtturmwärterhauses

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11_Leuchtturmwaerterhaus_komplett_entkernt
Abb. 10: Leuchtturmwärterhaus 1991
Abb. 11: Leuchtturmwärterhaus komplett entkernt

Zunächst wurden die vorhandenen Anbauten sowie die Verbindung zwischen Wohn­haus und Turm abgerissen. Neben der Instandsetzung und Trockenlegung der Fundamente und dem teilweisen Ersatz des Außenmauerwerks erfolgte eine komplette Entkernung mit Ersatz der Holzbalkendecke und des Dachstuhls (Abb. 11). Außerdem bekam das Gebäude einen Anschluss an die Kläranlage der Gemeinde in Bastorf.

Seit der Fertigstellung im Jahre 1999 werden in dem Leuchtturmwärterhaus vier Wohnungen zur Familien­erholung durch das Sozialwerk der Bundesverkehrs­verwaltung betrieben. In den Kellerräumen des Gebäudes wurde das Herzstück des Leuchtturms, seine Schaltzentrale untergebracht. Hier findet man den Rechner, der die Steuerung des Leuchtfeuers übernimmt und außerdem das Notstromaggregat mit den dazugehörigen Dieseltanks.

Die Baukosten für die seit 1991 betriebene komplette Instandsetzung des Leuchtturmgehöfts beliefen sich auf ca. 1,1 Mio. Euro.

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Abb. 12: vollständig instand gesetztes Leuchtturmgehöft

Im Jahre 2005 wurden nördlich des Leuchtturmgeländes außerdem noch zwei Antennenmasten und ein dazugehöriges Schalthaus errichtet (Abb. 13). An ihnen befinden sich vier 4-Feld-Antennen für das Automatische Schiffsidentifizierungs­system AIS, vier Rundstrahlerantennen für den Seenotrettungsdienst, eine GPS-Antenne sowie Antennen für den Mobilfunk.

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Abb. 13: Blick von der Leuchtturmgalerie auf die Antennenmasten

Die heutige Bedeutung

An kaum einem anderen technischen Objekt in unserer Zeit arbeiten teilweise fast 130 Jahre alte Bauteile so zuverlässig mit modernster Steuertechnik zusammen wie auf dem Leuchtturm Buk. Auch in absehbarer Zeit wird das Leuchtfeuer des Turms nicht wegzudenken sein, sind doch die festen Seezeichen in Küstennähe auch heute noch eine wichtige Orientierungsmöglichkeit auf See, die dem Seemann ohne aufwändige elektronische Hilfsmittel an Bord zur Verfügung steht.

Wirtschaftlicher als dieser imposante Leuchtturm wäre sicherlich ein Feuer, das man auf einem Rohrmast errichtet. Doch Leuchtfeuer gehören zur Kulturlandschaft der Küste und die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung hat neben ihrer hoheitlichen Aufgabe, die Bundeswasserstraßen mit Schifffahrtszeichen zu kennzeichnen, auch eine kulturelle Verantwortung. Dank der vollständigen Instandsetzung vor einigen Jahren ist der Leuchtturm Buk heute Kulturerbe und präsentiert sich seitdem als würdiger Vertreter seiner Art auch dem Tourismus und der Denkmalpflege.

Herzlichen Glückwunsch!

Der Autor:

Björn Seidel studierte Bauingenieurwesen an der Universität Rostock. Anschließend arbeitete er dort für ein weiteres Jahr als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet für Küstenwasserbau. Björn Seidel fertigte diesen Bericht während seines Ausbildungsabschnittes beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck an.

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