Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck

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Inhalt: Wasserstandsmessungen

Der im Zuständigkeitsbereich des WSA Lübeck liegende Bereich der Ostsee erstreckt sich von der deutsch - dänischen Grenze in der Flensburger Förde bis zum Leuchtturm Buk an der Mecklenburger Bucht sowie auf der Untertrave und einem Teil des Elbe-Lübeck-Kanals. Aus hydrologischer Sicht befinden sich in diesem Abschnitt sehr unterschiedliche Gewässertypen mit Buchten und Förden sowie der Schlei und dem Flusssystem Trave.

Der in diesen Bereichen vorherrschende Wasserstandsverlauf sowie seine zeitlichen und örtlichen Variationen werden vornehmlich durch klimatische und meteorologische Einflüsse bestimmt. Der Wasserstand wird meist in Zentimetern angegeben und gibt das mittlere Niveau der vom Seegang befreiten Wasseroberfläche an, aber nicht die Wassertiefe.

Addiert man zum Wasserstand den Pegelnullpunkt (PNP), so erhält man den Wasserstand in m + NHN. Der Pegelnullpunkt liegt stets unter dem niedrigsten, über einen langen Zeitraum gemessenen Wasserstand. An der schleswig-holsteinischen Küste ist der Pegelnullpunkt auf i.a. 500 cm unter NHN festgelegt. Der Bezugshorizont NHN (Normalhöhennull) ist dabei von der Höhenlage des Amsterdamer Pegels abgeleitet.

Mittels Wasserstandsmessungen wird das vieljährige hydrologische Verhalten der Gewässer erfasst und dokumentiert. Die hydrologische Synopse des Gewässers und sein Einzugsgebiet werden hierdurch ermöglicht.

Die zeitlichen Änderungen des Wasserstandes werden vor Ort mittels Pegel registriert. Im Bereich des WSA Lübeck erfolgen die Wasserstandsmessungen meistens nach dem Schwimmerprinzip. Es werden aber auch Druck- und Radarsensoren eingesetzt. Die Werte werden in 1-minütigen Intervallen in digitaler Form in Datensammlern im Pegelhäuschen registriert, wobei für den Zweck der Redundanz vereinzelt zusätzlich auch analoge Schreibaufzeichnungen erfolgen.

pegelprinzip

Pegel-Prinzipskizze

Die digitalen Daten werden anschließend im online - oder offline Modus mit Hilfe der Wasserstandsdatenfernübertragung zur Pegeldatenzentrale des WSA Lübeck übermittelt. Von dort erfolgt über definierte Ausgabekanäle die Weitergabe der noch ungeprüften Messdaten an verschiedene behördeninterne und externe Abnehmer, beispielsweise an das Informationsportal der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes unter der Internet-Adresse www.pegelonline.wsv.de.

Die digitalen Messwerte werden danach in ein gewässerkundliches Informationssystem übertragen. In der gewässerkundichen Abteilung des WSA Lübeck werden sie von dem gewässerkundlichen Fachpersonal plausibilisiert, analysiert, weiterverarbeitet und schließlich archiviert.

gewässerkundliches infosystem

Gewässerkundliches Informationssystem

Vom WSA Lübeck wird ein gewässerkundliches Messnetz an folgenden 16 Pegel-Standorten betrieben, die die Wasserstände kontinuierlich erfassen:

Ostsee Schlei Trave
Flensburg Kappeln Lübeck-Bauhof
Leuchtturm Kalkgrund Schleswig Travemünde
Langballigau
Schleimünde Seepegel
Eckernförde
Leuchtturm Kiel
Kiel-Holtenau
Heiligenhafen
Marienleuchte
Neustadt/Holstein
Timmendorf/Poel
Wismar Baumhaus
hintergelegtes Feld: Die Datenübertragung erfolgt bereits online.

Die ständige Verfügbarkeit von genauen Wasserstandsdaten ist von hohem Informationswert für die Schifffahrt. Für die Beratung der in den Küstenrevieren der Ostsee sowie der Trave verkehrenden tiefgehenden RoRo-Fähren, Containerschiffen und Massengutfrachtern ist die Kenntnis aktueller Wasserstandsinformationen von zentraler Bedeutung. Aber auch für die Unterhaltung, den Ausbau und die Beweissicherung der Bundeswasserstraßen werden Pegeldaten benötigt.

Des Weiteren sind sie für die Planung und Bemessung von Bauobjekten und Küstenschutzmaßnahmen, für gewässerkundliche Statistiken, Wasserstandsvorhersagen und den Hochwasserwarndienst sowie nicht zuletzt zur Erforschung von Naturvorgängen wie z.B. von Klimaszenarien oder Meeresanstieg von großem Interesse.