Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck

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Inhalt: Entstehungsgeschichte des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lübeck

Als am 1. April 1921 die dem allgemeinen Verkehr dienenden Wasserstraßen von den Ländern auf das Reich übergingen, fehlte in der Anlage zum betreffenden Gesetz die damals noch so genannte "untere Trave".

Die Freie und Hansestadt Lübeck konnte sich gegen die Reichsgewalt mit dem Argument, dass die "untere Trave" von Lübeck bis zur Ostsee als Hafen- bzw. Hafenerweiterungsgebiet anzusehen sei, durchsetzen. Denn Häfen waren vom Übergang auf das Reich ausgenommen. Somit ging am 1. April 1921 nur der „Elbe-Trave-Kanal“ von der Geniner Straßenbrücke bis zur Schleuse Lauenburg in die Zuständigkeit des Reiches über. Der Staat Lübeck verwaltete, unterhielt und betrieb diese Reichswasserstraße aber auch  weiterhin durch die Lübsche Wasserbauverwaltung auf Kosten des Reiches.

Gelaende Bauhof Luebeck

Abb. : Gelände des Bauhofes Lübeck

Mochte das Verbleiben der "unteren Trave" beim Lübecker Staat noch 1921 von der politischen und wirtschaftlichen Stärke Lübecks zeugen, rund zehn Jahre später musste die Freie und Hansestadt Lübeck als Bittsteller beim Reichsverkehrsminister und insbesondere beim Reichsfinanzminister anklopfen und das Reich bitten, die "untere Trave" in Reichseigentum zu übernehmen.

So schrieb die Vertretung des Lübecker Staates:

"Wenn die seinerzeitige Abbürdung auch durch falsche Annahmen Lübecks selbst verhindert wurde, so habe Lübeck für diesen Fehler ja schon eine Buße von etwa 6 Mio Reichsmark, die den Reichsfinanzen zugute gekommen sei."

Offenbar war Lübeck am Ende seiner finanziellen Möglichkeiten, das Travefahrwasser den wachsenden Schiffsgrößen anzupassen und zu unterhalten. Am 1. April 1934 ging die "untere Trave" von der Geniner Eisenbahnbrücke bis zur Ostsee einschließlich aller Ausbuchtungen und aller alten Travearme im Stadtgebiet selber auf das Reich über.

Diese "Schwäche" Lübecks nutzte das Reich insofern aus, als es durch Verordnung des Reichspräsidenten von Hindenburg zum 1. Juli 1934 ein "Reichswasserstraßenamt Lübeck" als Ortsbehörde mit dem Sitz in Lübeck einrichtete.

Diese Reichsbehörde war zuständig für den "Elbe-Trave-Kanal" (heute Elbe-Lübeck-Kanal) und die "untere Trave" (heute Untertrave).

Schlosserei des Bauhofes Luebeck

Abb.: Schlosserei des Bauhofes Lübeck

Eine starke Verbindung zur Freien Hansestadt Lübeck blieb dennoch bestehen: Mittelbehörde für beide Reichswasserstraßen blieb im Auftrag des Reiches der Senat des Lübecker Staates. 1937 verlor Lübeck seine Selbständigkeit und wurde im Rahmen des "Groß-Hamburg-Gesetzes" in die Provinz Schleswig Holstein eingegliedert.

Der Name des Reichswasserstraßenamtes Lübeck hat sich seit seiner Gründung mehrfach geändert. 1939 erhielt es den Namen Wasserstraßenamt und 1947 wurde daraus ein Seewasserstraßenamt. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 ging die Reichswasserstraßenverwaltung in die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) über und aus dem ehemaligen Reichswasserstraßenamt wurde eine Bundesbehörde mit der Bezeichnung "Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck".

Im Rahmen der Neuordnung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wurde mit dem Gesetz der Zuständigkeiten von Bundesbehörden vom 24. Mai 2016 die Behördenbezeichnung mit Wirkung zum 1. Juni 2016 geändert in "Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck".